Wanderausstellung zum 60-jährigen Bestehen des KKV Bayern im Rathaus – KKV als „Gemeinschaft der gesellschaftlichen Mitte“ aktiv

Aus Ortsgemeinschaften, die es zum Teil bereits über 120 Jahre gibt, entstand 1950 der Landesverband Bayern des KKV, des Verbandes der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung. Dieses Ereignis nimmt die Wanderausstellung „Mitten im Leben“ zum Anlass um über die Ideale und das Selbstverständnis des Verbandes zu berichten, vergangenes und aktuelles Engagement deutlich zu machen und einen Blick in die Zukunft zu werfen. Die Ausstellung wurde kürzlich durch den Vorsitzenden des KKV-Merkuria Bamberg, Walter Steck, im Beisein von Landesvorstandsmitglied Ralph Elcheroth, Augsburg, und Bürgermeister Werner Hipelius sowie zahlreicher Mitglieder und Gäste in der Infothek des Bamberger Rathauses eröffnet.

Bis heute ist die Parität ein Charakteristikum des KKV. Selbständige und Angestellte, Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind seit 1877 als in Deutschland eine Standesorganisation katholischer Kaufleute gegründet wurde, dort gleichberechtigt vertreten. Dies war, darauf wies Walter Steck hin, auch in Bamberg so als dort 1891 die „Katholisch Kaufmännische Vereinigung“ ins Leben gerufen wurde. Der Bamberger Vorsitzende gab einen kurzen Überblick über die Geschichte des Ortsvereins, der früher KKV-Merkuria genannt wurde. So habe ab 1902 eine große Blütezeit begonnen. Es gab Abteilungen für Vereinsgesang, Theaterspiel, englischen Sprachunterricht, Stenografiekurse. Es habe eine Kranken,- Unterstützungs- und Sterbekasse und sogar ein Stellenvermittlungsbüro gegeben. Nach der Liquidation 1938 wurde der Ortsverein 1948 wiedergegründet. Ein Strukturwandel begann und in den 60er Jahren öffnete sich der Verein für Frauen, für Angehörige von Dienstleistungsberufen und für Beschäftigte des öffentlichen Dienstes. Der Verband verstehe sich heute als „Gemeinschaft der gesellschaftlichen Mitte“. Er wolle Verantwortung in Kirche und Staat, in Wirtschaft und Arbeitswelt übernehmen und diese Lebensbereiche mitgestalten. Seine Ziele seien religiöse, berufsbezogene und soziale.

Bis heute vertritt der KKV keine Partikularinteressen. Darauf machte Ralf Elcheroth aufmerksam. Der Landesverband nehme sich heute etwa verstärkt des Themas „Arbeitskultur“ an. Elcheroth verwies auf die Bedeutung der Wirtschaftsethik gerade in der derzeitigen Situation. Es sei notwendig bei jedem Mitarbeiter eines Unternehmens das Bewusstsein dafür zu wecken. Das Motto des KKV „Ehrlich im Handel, christlich im Wandel“ habe dies von jeher deutlich gemacht. Als Netzwerk von Menschen, die sich den zeitlosen christlichen Werten verpflichtet sehen, aber auch stets bereit sind mit der Zeit zu gehen, sei der KKV auch für junge Menschen, für Berufseinsteiger und junge Führungskräfte interessant.

Auf die Bildungsarbeit der Verbandes machte Bürgermeister Werner Hipelius in seinem Grußwort aufmerksam. Das Bildungswerk Bayern des KKV habe es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen vor allem in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen. Gerade die Solidarität mit den Schwächeren habe sich der KKV auf die Fahnen geschrieben. Dies sei einer besonderen Anerkennung wert.

Die Ausstellung ist im Zusammenhang mit dem 60jährigen Bestehen des Landesverbandes konzipiert worden und will Mitglieder wie auch die Öffentlichkeit über den KKV informieren. Herausragende Persönlichkeiten aus der Geschichte des KKV Bayern erhalten eine besondere Würdigung, etwa Georg Baust, der Nürnberger Ortsvorsitzende und spätere Landesvorsitzende. Er brachte nach dem Krieg die bayerischen Ortsvereine zusammen und ebnete so den Weg zum KKV Bayern. Die großflächigen Informationstafeln verweisen aber auch auf Positionen, auf soziale Projekte und Visionen.

Informationen zum Verband sind im Internet unter www.kkv-bayern.org ersichtlich, Informationen über den Bamberger Ortsverein und seine Aktivitäten unter www.kkv-merkuria.bnv-bamberg.de.

 

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