KKV fordert Rückbesinnung auf ethische Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft

"Renaissance der Sozialen Marktwirtschaft – Hoffnungszeichen für eine gerechtere Welt“. Unter diesem Motto stellt der Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV) das Jahr 2010. "Mit dieser Thematik wollen wir deutlich machen" so Bernd-M. Wehner, Bundesvorsitzender des KKV, "dass Freiheit, Selbstverantwortung, Eigeninitiative und Wettbewerb die Erfolgsfaktoren eines erfolgreichen Wirtschafts- und Sozialsystems sind und bleiben" Gleichzeitig gehörten dazu aber auch ein durchsetzungsfähiger Staat, der für einen stabilen Rechtsrahmen und eine Sozialordnung sorge, die auf Eigenvorsorge und Solidarität mit den Schwachen setze.

Anlässlich seiner Hauptausschusssitzung in Köln verabschiedeten die KKV-Diözesan-, Landes- und Regionalvorsitzenden mit dem Bundesvorstand eine gemeinsame Erklärung zum Jahresthema. Sie kann unter www.kkv-bund.de abgerufen werden. Der katholische Sozialverband unterstreicht dabei, dass die ethischen Grundwerte der Sozialen Marktwirtschaft und das damit verbundene Menschenbild wieder ins Bewusstsein gerufen werden müsse. Die Soziale Marktwirtschaft rücke deshalb den Menschen in den Mittelpunkt des Wirtschaftslebens. "Der Mensch darf nicht zum Mittel erniedrigt werden. Vielmehr muss die Wirtschaft dem Menschen und seinen Bedürfnissen dienen", betont Dr. Klaus-Stefan Krieger, Vorsitzender des KKV-Hauptausschusses und Landesvorsitzender des KKV in Bayern. Sie müsse die Würde der menschlichen Person und das Wohl der gesamten Gesellschaft achten und fördern. Dazu benötige der Markt Regeln und Moral.

Soziale Marktwirtschaft und katholische Soziallehre

Joseph Kardinal Höffner habe bereits 1985 die Übereinstimmung von katholischer Soziallehre und Sozialer Marktwirtschaft betont, führt der KKV-Hauptausschuss in seiner Erklärung aus. Mit der Enzyklika "Centesimus Annus" aus dem Jahr 1991 sei die weitgehende Übereinstimmung zwischen den Leitlinien der katholischen Soziallehre für die Wirtschaftsordnung und den Grundprinzipien der Sozialen Marktwirtschaft besonders deutlich geworden.

Selbstverantwortung und soziale Verpflichtung gehören zusammen

Der große Erfolg, den die Soziale Marktwirtschaft zu Zeiten Ludwig Erhards gehabt habe, beruhe auf der Initiative, der Kreativität und der Leistungsbereitschaft des Menschen. Ludwig Erhard habe es bereits 1958 auf den Punkt gebracht: „Das mir vorschwebende Ideal beruht auf der Stärke, dass der Einzelne sagen kann: Ich will mich aus eigener Kraft bewähren, ich will das Risiko meines Lebens selbst tragen, will für mein Schicksal verantwortlich sein.“

Auch die katholische Soziallehre warne vor der Gefahr, dass sich der Sozialstaat zum aufgeblähten Wohlfahrtsstaat entwickele. "Leider hat sich aber mit steigendem Wohlstand eine Denkweise eingeschlichen, die an die Stelle von Wettbewerb, Eigeninitiative und Selbstverantwortung zunehmend den Ruf nach dem Staat lauter werden lässt", so der KKV.

 

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