Martin Kastler (35), CSU-Europaabgeordneter aus Schwabach und Mitglied im KKV München, ist neuer Bundesvorsitzender der Ackermann-Gemeinde. Die Mitglieder der Hauptversammlung wählten ihn zum Nachfolger von Adolf Ullmann (67), wie der katholische Vertriebenenverband in München mitteilte. Ullmann hatte sechs Jahre an der Spitze der Ackermann-Gemeinde gestanden. Einen Wechsel gab es auch im Amt des Geistlichen Beirats. Auf Anton Otte (70), der das Amt 19 Jahre ausübte, folgte der Münsteraner Priester und Professor für Missionswissenschaft, Albert Rethmann (49).
Damit stehen erstmals zwei Personen, die nicht der Vertriebenen-Generation angehören, an der Spitze der Ackermann-Gemeinde. Diese wurde 1946 von aus dem Sudetenland vertriebenen Katholiken gegründet. Sie setzt sich seither für die Aussöhnung von Deutschen, Tschechen und Slowaken ein. Dem Verband gehören heute rund 5.000 Mitglieder an.
Kastlers Familie stammt mütterlicherseits aus Böhmen. Der gebürtige Nürnberger studierte in Erlangen und Prag. In der tschechischen Hauptstadt lernte er die Landessprache und arbeitete unter Vaclav Havel in der Präsidentenkanzlei. Der Politiker ist mit einer aus Mähren stammenden Frau verheiratet und hat zwei Söhne.