„Dass die bayerische Staatsregierung sich so konsequent gegen eine Kopfpauschale ausspricht, verdient Unterstützung“, kommentiert der Landesvorsitzende des KKV Bayern, Dr. Klaus-Stefan Krieger, die gegenwärtige Debatte um die Reform des Gesundheitswesens. „Die solidarische Absicherung unwägbarer Lebensrisiken gehört zu den Grundpfeilern unserer Sozialen Marktwirtschaft. Denn gerade dies macht Marktwirtschaft zu einer Sozialen Marktwirtschaft: dass die Starken für die Schwachen eintreten“. Krieger bezweifelt aber auch den ökonomischen Sinn eines von der Höhe des Einkommens abgekoppelten Krankenkassenbeitrags: „Nichts spricht dafür, dass die Kopfpauschale die Finanzprobleme im Gesundheitswesen behebt.“
Krieger fordert daher, die Ausgabenseite in den Blick zu nehmen und dabei dem Problem Korruption im Gesundheitswesen deutlich mehr Beachtung zu schenken: „Wir haben in den vergangenen Monaten immer wieder Meldungen über Korruptionsfälle gehört: Krankenkassen schmieren Ärzte für bestimmte Diagnosen; Kliniken zahlen Bestechungsgelder für Einweisungen; Ärzte und Krankenhäuser rechnen Leistungen ab, die sie gar nicht erbracht haben. Die Regelmäßigkeit solcher Nachrichten spricht dafür, dass es sich hier nicht nur um exotische Einzelfälle handelt. Leider verschwinden diese Skandale ebenso rasch und regelmäßig wieder aus dem öffentlichen Interesse. Politik und Justiz müssten dem Problem der Korruption im Gesundheitswesen wesentlich mehr Aufmerksamkeit zuwenden und gegen die Selbstbedienungsmentalität von Leistungserbringern mit aller Härte vorgehen.“