
Kurt Reiter (links), Vorsitzender des KKV Erlangen, im Gespräch mit Helmut Hof.
„Wie Geld glücklich macht“, dies zu verraten, versprach ein Vortrag beim KKV Erlangen der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung. Ortsvorsitzender Kurt Reiter konnte dazu Helmut Hof im Gemeindezentrum St. Sebald begrüßen.
Das Verhältnis von Besitz und Glück scheinen Philosophie und Religion als Gegensatz zu sehen, wie Helmut Hof in schlaglichtartig deutlich machte. Zufriedenheit und Glück finden sich demnach in der Bedürfnislosigkeit (Diogenes), der Hauslosigkeit (Buddha) und der Armut (Jesus, der die Armen selig preist und ihnen Lohn im Himmel in Aussicht stellt; aufgegriffen von Franz von Assisi). Lautet, fragte Helmut Hof, die Konsequenz: Geld macht nur glücklich, wenn man es aufgibt?
Vor einer Antwort ging der Referent der Frage nach, was Glück denn überhaupt ist. Dazu unterschied er Glück haben, glücklich sein und geglücktes Leben. Glück zu haben, sei ein Produkt des Zufalls. Glücklich sein könne der Mensch im erfüllten Augenblick, in Momenten intensivster Zufriedenheit. Sie stelle sich ein, wenn man etwas voller Hingabe tue. Ein geglücktes Leben gelinge, wenn ein Mensch die Erfahrungen sowohl von Glück als auch von Scheitern und Schmerz meistere und zu sich selbst „Ja“ sagen könne. Dazu gehöre auch der Tod. „Nur der Tod“, so Hof, „macht Glück möglich, weil er uns lehrt, dass man nicht alles auf später vertagen kann.“
Die Erfahrung zeige nun, dass mehr Geld nicht mehr Glück erzeuge. Das liege an der Begrenztheit der seelischen Aufnahmefähigkeit. Besitz an sich bereite keine Freude. Freude mache, wenn man sich an etwas erfreuen könne. Viele Dinge aber zerstreuten die Aufmerksamkeit. Daher gilt laut Hof: „Wer schon genug besitzt, für den lohnt es sich nicht, in noch mehr Besitz zu investieren.“ Ja nichts verpassen zu wollen, zerreiße den Menschen. „Wer ein Glas Wein genießen kann, braucht keine zwei Flaschen.“ Der Referent konnte dies auch mit Statistiken belegen. Erhebungen zeigen, dass die Zufriedenheit eines Menschen bis zu einem Einkommen von 20.000 Euro mit dem materiellen Aufstieg zunehme, dann aber trotz weiterer Besitzmehrung abflache.
Helmut Hof betonte zudem, dass es kein natürliches Bedürfnis nach Geld gebe. Angeboren sei aber das Grundbedürfnis nach Gemeinschaft. Er zog daraus das Fazit: „Es kommt darauf an, was einer mit dem Geld macht.“ Geld mache glücklich, wenn man es in die Unterstützung anderer Menschen investiere.