
P. Karl Hofer beim Hirschberg-Forum 2006
Foto: Klaus-Dieter Engelhardt
Am 9. Januar 2010 verstarb P. Karl Hofer SJ in Nürnberg. Seit 1986 hat der Jesuit den KKV Landesverband Bayern als Geistlicher Beirat begleitet. In dieser Zeit gab er dem Verband viele inhaltlich-spirituelle Impulse. Als Seelsorger war stets für Vorstände und Mitglieder da. Viele Veranstaltungen prägte er als Priester durch seine Gottesdienste und Predigten. Dabei zeichneten ihn seine Freundlichkeit, sein feiner Humor und seine geistreiche Art aus. Für seine Verdienste verlieh ihm der KKV Bayern 1996 die Silberne Hirschberg-Medaille.
Karl Hofer wurde am 29. Oktober 1926 in Hansmal, einem winzigen Dorf in der Nähe von Vilsbiburg in der Diözese Regensburg geboren. Seine Kindheit verbrachte er auf dem elterlichen Bauernhof zusammen mit sechs Geschwistern. Nach Volks- und Oberrealschule trat er 1938 in das bischöfliche Knabenseminar in Straubing ein. 1943 wurde er einberufen, zunächst als Luftwaffenhelfer, dann zum Reichsarbeitsdienst, schließlich in die Wehrmacht. An der Ostfront des Zweiten Weltkriegs geriet er in russische Gefangenschaft, aus der er erst 1949 wieder entlassen wurde.
Nach der Rückkehr in die Heimat holte er das Abitur nach und trat bereits am 16. September 1949 in Pullach in das Noviziat der Jesuiten ein. Nach dem Studium der Philosophie in Pullach und der Theologie in Innsbruck wurde er 1957 zum Priester geweiht. 1959 kam er nach Nürnberg und wurde 3. Kaplan an der Jesuitenpfarrei St. Kunigund. 1963 wurde er dort Pfarrer. 1986 wechselte er als Kirchenrektor an die Klarakirche und wurde neben der Seelsorge Superior der Nürnberger Jesuiten im Caritas-Pirckheimer-Haus. 1995 übernahm er mit P. Joe Übelmesser die Pfarrei St. Otto. 2007 zogen sich beide aus Altersgründen aus der Gemeindeseelsorge zurück.
Bekannt und geschätzt wurde er für seine zahlreichen Hausbesuche. Alte und kranke Menschen aufzusuchen und ihnen die Kommunion zu bringen, war ihm ein großes Anliegen.
Im Herbst letzten Jahres bat er den Vorstand des KKV Landesverbandes, ihn aus Altersgründen von seinem Amt als Geistlicher Beirat zu entbinden. Der Vorstand beschloss daraufhin, bei der Delegiertenversammlung im März für P. Karl Hofer die Ehrenmitgliedschaft im KKV Bayern zu beantragen. Zu dieser verdienten Ehrung seines langjährigen Wirkens ist es nun nicht mehr gekommen. Gott, der Herr, hat P. Karl Hofer vorher zu sich gerufen. Der KKV Bayern wird ihn stets in liebevoller Erinnerung behalten, ihm ein ehrendes Andenken bewahren und seiner im Gebet gedenken.
An der Trauerfeier für P. Karl Hofer in der Kirche St. Kunigund in Nürnberg nahm der Landesvorsitzende Dr. Klaus-Stefan Krieger teil, an der Beisetzung auf dem Jesuitenfriedhof in Pullach die stellvertretenden Landesvorsitzenden Walter Breunig und Klaus-Dieter Engelhardt, der Landesschatzmeister Hans-Georg Hamburger sowie zahlreiche Vertreter der Ortsgemeinschaften.