Einstimmig haben die Mitglieder der Arbeitsgruppe Bioethik der Fraktion der Europäischen Volkspartei im Europaparlament Dr. med. Peter Liese als Vorsitzenden bestätigt. Erstmals zum Stellvertreter wurde ebenfalls einstimmig der mittelfränkische CSU-Abgeordnete Martin Kastler gewählt. Beide Politiker wollen sich dafür einsetzen, dass bioethische Fragestellungen nicht als Randthema behandelt werden: "In den Bereich der Bioethik fallen im wahrsten Sinne des Wortes lebenswichtige Fragen. Es geht darum, wann Leben beginnt, wann es aufhört und was die Medizin in den Grenzbereichen menschlichen Lebens tun und lassen muss", unterstreichen Liese und Kastler. Peter Liese leitet die Arbeitsgruppe bereits seit 1999.
In den vielen komplexen bioethischen Fragen ist für die beiden Unionspolitiker das christliche Menschenbild Richtschnur: "Jeder Mensch hat von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod ein unbedingtes Recht auf Leben. Dieser Grundsatz muss das Leitmotiv sein, das wir als Christdemokraten in der Bioethik verfolgen", so Liese und Kastler.
Eine wichtige Aufgabe der soeben begonnenen Legislaturperiode wird die Vorbereitung und Verabschiedung des neuen EU-Forschungsrahmenprogramms sein. Gerade im bioethischen Bereich habe die Forschung jedoch auch ihre Grenzen, finden Liese und Kastler: "Nicht alles was geht, ist auch ethisch vertretbar. Es geht deshalb nicht nur um viel Geld, sondern auch um die Werte Europas", betonen die Bioethik-Experten. Erster Schwerpunkt der AG Bioethik wird im neuen Jahr das Thema Organtransplantation sein.