
Im Barocksaal des Ingolstädter Stadtmuseums lauschen der Musik (vlnr): der Geistliche Beirat des KKV Hansa Ingolstadt, Studiendirektor Erwin Dorr, Caritas-Direktor Domkapitular Monsignore Rainer Brummer, Hansa-Vorsitzender Franz Eisenmann, KKV-Landesvorsitzender Dr. Klaus-Stefan Krieger, der stellvertretende Vorsitzende des Landeskomitees der Katholiken in Bayern, Joachim Unterländer MdL, sowie der stellvertretende KKV-Landesvorsitzende Klaus-Dieter Engelhardt.
Für eine ethische Verantwortung in Zeiten gesellschaftlichen Umbruchs hat der bayerische Landtagsabgeordnete Joachim Unterländer beim Landestreffen des KKV Bayern in Ingolstadt plädiert - und damit dem katholischen Sozialverband „aus dem Herzen gesprochen!“, wie es KKV-Landesvorsitzender Dr. Klaus-Stefan Krieger formulierte. Auf Einladung der KKV-Ortsgemeinschaft Hansa Ingolstadt, die gleichzeitig ihr 90-jähriges Bestehen feierte, waren am Wochenende vom 24. und 25. Oktober 2009 über 70 Verbandsmitglieder an die Donau gekommen.
Joachim Unterländer, stellvertretender Vorsitzender des Landeskomitees der Katholiken in Bayern, war Festredner bei der Festlichen Stunde am Sonntagvormittag im Barocksaal des Ingolstädter Stadtmuseums. Zuvor waren die Teilnehmer des Landestreffens zu einem Festgottesdienst im Ingolstädter Münster zusammengekommen, den der neue Caritas-Direktor der Diözese Eichstätt, Domkapitular Monsignore Rainer Brummer, sowie der Geistliche Beirat des KKV Ingolstadt, Studiendirektor Erwin Dorr, zelebrierten.
Landtagsabgeordneter Unterländer, der auch Mitglied im KKV München ist, sprach sich in seiner Rede für ein Bündnis der Katholischen Soziallehre mit Politik und Gesellschaft aus. „Ich halte es für dringend erforderlich, dass hier die Dialogfähigkeit vor allen Dingen auch von politischer Seite her weiter verbessert wird“, insbesondere im Hinblick auf folgende Punkte: die ethische, wirtschaftliche und soziale Runderneuerung der sozialen Marktwirtschaft, die stärkere Förderung von Solidarität und Stärkung des Einzelnen in unterschiedlichen Lebenslagen, die moralische Erneuerung der Gesellschaft – dabei nannte Unterländer unter anderem den Schutz des Lebens vor der Geburt und in den letzten Lebensmonaten -, sowie als vierten Punkt den Stellenwert des Sozialen in Zukunft. Joachim Unterländer kündigte an, Anfang des kommenden Jahres alle katholischen Verbände zu einer Gesprächsrunde über diesen Themenbereich einzuladen - Landesvorsitzender Dr. Krieger zeigte sich erfreut über dieses Angebot und sagte seine Teilnahme sogleich zu. Die Finanz- und Wirtschaftskrise verurteilte der Beauftragte für Fragen der katholischen Kirche in der Mehrheitsfraktion mit Worten des Münchner Erzbischofs Dr. Reinhard Marx: „Ein Kapitalismus ohne Menschlichkeit, Solidarität und Gerechtigkeit hat keine Moral und keine Zukunft.“ Dazu Unterländer weiter: „Unsere Antwort darauf muss das eben aus der Katholischen Soziallehre resultierende Prinzip des Vorrangs der Arbeit vor dem Kapital sein. … Geld, Kapital besitzt der Mensch als einen ihm äußerlichen Gegenstand. Die Arbeit hingegen ist nicht von dem Menschen zu trennen, der sie verrichtet…“ Der Abgeordnete verwies auch darauf, „dass allererste Grundlage für eine gute Situation von Familien eine gesicherte wirtschaftliche Existenz, d.h. das Vorhandensein einer Arbeit mit Perspektive, ist.“
Der Festredner kritisierte außerdem eine Politik, die sich zu stark an den Bedürfnissen der Großkonzerne orientiert und forderte, klein- und mittelständische Betriebe zu stärken. Auch sei es nötig, faire Welthandelsbedingungen zu installieren. Zum Abschluss der Festlichen Stunde sang die Festgemeinde traditionell die Bayernhymne und die Nationalhymne. Begleitet wurde sie von der Musikgruppe „Rotz Kare Blos´n“. Die vier Musiker mit dem etwas ungewöhnlichen Namen hatten mit Beiträgen auf hohem Niveau den festlichen Charakter der Veranstaltung unterstrichen.