Entwicklungszusammenarbeit politisch höher werten

"Deutschland braucht ein starkes Entwicklungsministerium und muss seine Entwicklungszusammenarbeit politisch höher werten", lautet der Appell des KKV-Vorsitzenden Bernd-M. Wehner - wenige Tage nach Abschluss der Herbsttagung der Deutschen Bischofskonferenz zur weltkirchlichen Arbeit in Fulda. "Entwicklungszusammenarbeit ist keine Einbahnstraße - wer sie ernsthaft betreibt, baut eine tragende Säule für Soziale Marktwirtschaft im globalen Rahmen."

"Vollkommen verkehrt und unangebracht" seien deshalb "schon die kleinsten politischen Gedankenspiele zur Auflösung des Entwicklungsministeriums". Im Gegenteil: Es sei eine der greifbaren Errungenschaften der großen Koalition, "dass der Etat für den Bereich der Entwicklungszusammenarbeit im Bundeshaushalt leicht angehoben wurde. Diesem Schritt nach vorn darf aber jetzt kein Dauerlauf ins Ewiggestrige folgen."

Im Gegenteil: "Konstruktive Entwicklungszusammenarbeit ist Welt-, Wirtschafts- und Sozialpolitik und bedeutet Zukunft." So dürfe man beispielsweise eine Vision globalen nachhaltigen Wirtschaftens und einer weltweiten Sozialen Marktwirtschaft nicht ohne die sich entwickelnden Staaten und die Schwellenländer spinnen.

Von der neuen schwarz-gelben Regierung fordert der KKV deshalb: "Ein klares Bekenntnis zum Entwicklungsministerium, eine starke politische Persönlichkeit an der Spitze des Hauses und ein Bekenntnis zur Fortführung einer Entwicklungszusammenarbeit, die ankommt." Die Kirchen, so Wehner, seien hier starke Partner: "Viele Mikroprojekte der kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit zeigen klar auf, wie konkrete Unterstützung aussehen kann - Hilfe zur Selbsthilfe, die den Menschen Hoffnung schenkt."

Der KKV werde diesen globalen Aspekt beleuchten, "wenn wir uns in den kommenden Monaten verstärkt der Frage der Sozialen Marktwirtschaft - auch als Hoffnungszeichen einer gerechteren Welt - widmen." Höhepunkt der Aktion bilde ein "Haus der Sozialen Marktwirtschaft", das der Verband anlässlich des Ökumenischen Kirchentages am Münchner Königsplatz eröffne.

 

zurück zur Übersicht