
Dachten am Anfang der Bankenkrise manche, das sei ein amerikanisches Problem, so treibt die Finanz- und Wirtschaftskrise uns heute alle um. In der Sorge um die Arbeitsplätze. In der Frage, wie sich die erneute Staatsverschuldung denn abtragen lässt. In der Befürchtung, dass die Rettung ins Trudeln geratener Banken und Unternehmen die sozialen Aufgaben der Gesellschaft wieder einmal ins Abseits drängt. Für den Schutzschirm für die Geldinstitute steht im Zweifelsfall am Ende der Steuerzahler gerade. Und die Konjunkturprogramme (Stichwort Abwrackprämie) zahlt er ohnehin selber.
Da stellt sich natürlich auch die Frage, ob sich künftig eine solche Krise vermeiden lässt. Eine Frage, die man nur beantworten kann, wenn man die Ursachen der jetzigen Krise kennt. Doch da gehen die Analysen auseinander. War es im Kern ein moralisches Versagen, das den Karren in den Dreck fuhr? Die Zockerei der Spekulanten, das Kreieren von „Wert“papieren ohne Substanz, das Verkaufen um jeden Preis bei den Kundenberatern, die Gier selbst der Kleinsparer? Oder steckt das System selbst in der Krise? Einige große Medien beschworen ja schon das Ende des Kapitalismus. Oder handelt es sich um einen gar nicht vermeidbaren Abschwung, aus dem erst ein völlig neuer Innovationsschub herausführen kann?
Diese Fragen widmet sich die Forumsveranstaltung am Samstagnachmittag in der Kurfürstlichen Reitschule. Sie steht unter der Überschrift „Die Finanz- und Wirtschaftskrise – moralisches Versagen, Systemkrise oder unausweichlicher Abschwung?“
In jedem Fall hat die Finanzkrise das Interesse daran neu entfacht, woran der einzelne Akteur ein Handeln ausrichtet. Gerne wird hier die Chance auf eine Renaissance der Werte beschworen. Doch genügt die? Brauchen wir nicht vielmehr einen neuen gesellschaftlichen Diskurs darüber, was richtig und falsch, was gut und böse ist, was für unser Zusammenleben notwendig und wünschenswert ist und was nicht? Müssen wir nicht eher über Ethik reden? Und können und sollten nicht katholische Verbände hierzu Anregungen und Anstöße geben?
Diese Themen werden auch in der Festrede ein Rolle spielen, die Joachim Unterländer MdL, stellvertretender Vorsitzender des Landeskomitees der Katholiken in Bayern im Rahmen der Festlichen Stunde, die am Sonntagvormittag im Barocksaal des Stadtmuseums stattfindet, hält .
Gleichzeitig mit dem Landestreffen feiert der KKV Hansa Ingolstadt sein 90-jähriges Bestehen. Die Ortsgemeinschaft lädt am Samstag zu einem Historischen Abend mit Kabarett in die Kurfürstliche Reitschule ein. Zu würdigen ist ein Jubiläum mutigen Zupackens. Bereits ein halbes Jahr nach der Gründung, so berichten die Annalen, war die Ortsgemeinschaft Gastgeber eines Landestreffens. Und die Festlichkeiten, heißt es, gehörten „nach dem einstimmigen Urteil der Gäste zu en schönsten innerhalb des Verbandes“. Wenn dies die Teilnehmer auch vom Landestreffen 2009 sagen können, wäre dies ein schöner Erfolg für unseren Verband.
Klaus-Stefan Krieger
Als Übernachtungsmöglichkeiten sind Zimmer im Hotel Rappensberger und im Altstadthotel reserviert. Anmeldeschluss für Übernachtungsgäste ist 25. September 2009.
Preise und Details entnehmen Sie bitte diesem an alle Mitglieder des KKV Bayern und der „Freunde und Förderer des BWB“ bereits verschickten Faltblatt.
Anmeldung: in der Geschäftsstelle des KKV Landesverbandes Bayern der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung e.V., Rankestr. 18, 90461 Nürnberg, Fax (0911) 49 73 11, E-Mail: landesverband.bayern@kkv.org