Diskussionsabend bei KKV Kitzingen: Katholik im 21. Jahrhundert

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Junge Leute haben durchaus ein Bewusstsein für Werte, allerdings lehnen sie feste Bindungen ab. Dieses Resümee hat Pfarrer Oliver Wirthmann bei seinem Referat „Katholik im 21. Jahrhundert – oder: Mein katholisches Verständnis in Zeiten von Lebe dein Leben“ gezogen. Der Vorsitzende der KKV Constantia Kitzingen, Klaus Pfeuffer, konnte zu dem Gesprächs- und Diskussionsabend seiner Ortsgemeinschaft zahlreiche Zuhörer begrüßen.
Ein Werteverfall sei bei jungen Menschen nicht zu konstatieren, so der Referent, der Geistlicher Beirat der Constantia ist. „Auch heute erstreben Menschen Glück, Gesundheit, Liebe, Partnerschaft und Beständigkeit“, allerdings vor dem Hintergrund von Individualität und Selbstentfaltung. Slogans wie „Ist das stimmig für Dich?“ oder „Entdecke Dich selbst“ stünden in Widerspruch zu „Pflichtwerten“ unserer Väter wie Treue, Fleiß oder Anständigkeit. Die Bindung an Institutionen sei mit der stark an individuellen Bedürfnissen orientierten Sichtweise häufig nicht vereinbar und so argumentierten viele „Liebe: Ja!, Ehe: Nein!“ oder „Glaube: Ja!, Kirche: Nein!“ Vielen Jungen falle es auch schwer, sich mit politischen Parteien zu identifizieren; sie engagierten sich vielmehr punktuell für bestimmte Projekte.

Früher hätten sich Menschen gut in die Ständevertretungen, die ihre Themen gestalteten, einordnen können. Aus diesen Zeiten stammen Vereinigungen wie „Kolping“ oder „KKV“. Heute hole sich jeder aus einem fast grenzenlosen (Medien)Angebot das heraus, was ihm gefalle. Kirche, so der Referent, sei ein Anbieter unter vielen, der vor allem bei Gedenken, Einweihungen und Feiern, ebenso bei christlichen Festen wie Taufe, Erstkommunion und Beerdigungen gefragt sei. Priester würden laut Umfragen großes Ansehen genießen, dennoch würden sie nicht konsultiert. Jeder sei vielmehr sein eigener Glaubensexperte geworden.

Stagnierende oder gar sinkende Mitgliederzahlen im Vereinswesen erschienen vor diesem Hintergrund nachvollziehbar. Patentrezepte gegen diese Entwicklung gebe es wohl keine, allerdings sah Pfarrer Wirthmann auch keinen Grund zur Panik. Der Name Constantia der Kitzinger Ortsgemeinschaft bedeute „Beständigkeit“. Höhen und Tiefen habe es immer schon gegeben und auch eine Rückbesinnung sei denkbar.

  

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