Klaus-Dieter Engelhardt (Ortsvorsitzender des KKV München), Prof. Egon Endres (Präsident der Katholischen Stiftungsfachhochschule München), Alexa von Künsberg (Vorstand der Benedictus-Stiftung), Dr. Klaus-Stefan Krieger (Landesvorsitzender des KKV Bayern), Magdalena Kloibhofer (Koordinatorin im Netzwerk sneep), Erik Händeler (Mitglied im Landesvorstand des KKV Bayern,Moderator) (von links)
München - Die Zukunft gehört den Firmen und Organisationen, die in Netzwerken gut zusammenarbeiten. Doch was hält sie zusammen? Unter welchen Bedingungen sind sie erfolgreich? Der KKV-Landesverband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung diskutierte dazu auf seinem Landestreffen in München: Wohlstand in der Wissensgesellschaft hängt von Faktoren ab, die weit in die Sinnvorstellungen und Wertehaltung von Menschen hineinreichen.
Nach Professor Egon Endres, Präsident der Katholischen Stiftungsfachhochschule München, sind Akteure erfolgreicher Netzwerke bereit, sich auf neue Ideen einzulassen, sich auch in die Perspektive der Partner hineinzuversetzen und eine gemeinsame Sprache zu pflegen. Netzwerke bräuchten Grenzgänger, die zwischen verschiedenen Organisationen und Fachbereichen pendeln und so neue Ideen hervorbringen. Zusammengehalten werden Netzwerke von gemeinsamen Werten, Visionen und Zielen. Da sie anpassungsfähig sind, seien Netzwerkorganisationen sehr überlebensfähig.
Als ein Beispiel dafür präsentierte die Koordinatorin Magdalena Kloibhofer das dynamisch wachsende studentische Netzwerk „sneep“ für Wirtschafts- und Unternehmensethik. Junge Erwachsene bevorzugten unverbindliche, frei gestaltbare Organisationsformen. Offene Strukturen ermöglichen den Austausch über Fachgrenzen, Universitätsstandorte und Unternehmen hinweg. Dennoch erreicht das Netzwerk damit sein Ziel, das Thema ethisches Wirtschaften sowohl bei den Studierenden als auch mit Vertretern der Praxis zu entfalten, Praktikastellen zu vermitteln oder Projekte anzuschieben.
Auch die von Prominenten wie dem ehemaligen Kardinal Friedrich Wetter oder Alois Glück gegründete Benedictus Stiftung greift auf ein Netzwerk von Unterstützern zurück, sagte ihr Vorstand Alexa von Künsberg. Allerdings hat die Stiftung das klar umrissene Ziel, katholische Anliegen in Wirtschaft und Politik hineinzutragen, nicht jedoch, die verschiedenen Verbände der Kirche miteinander zu vernetzen. Das große Kapital der Stiftung sei jedoch nicht die geringe Ausstattung mit Geld, sondern die Netzwerke der Unterstützer, die Veranstaltungsräume zur Verfügung stellen, Kontakte und kluge Referenten beschaffen.