Wilfried Scharnagl im Kamingespräch: Anekdoten beim Juniorenkreis

Ganz im Zeichen der Politik stand das Kamingespräch des Münchner KKV-Juniorenkreises mit Wilfried Scharnagl, dem langjährigen Chefredakteur des Bayernkurier und Weggefährten Franz Josef Strauß. Gebannt verfolgten die rund 20 Netzwerkerinnen und Netzwerker des Juniorenkreises die politischen Analysen, Pointen und Anekdoten des journalistischen Urgesteins.

Der Themenbogen spannte sich dabei weit: Von politischen Entscheidungen in Zeiten des kalten Kriegs über die - gerade wieder in den Medien diskutierten - gefälschten Hitler-Tagebücher des Stern bis hin zu aktuellen Krisen der großen Volksparteien, der künftigen Rolle der kleineren Parteien und den zum 20. Todestag Strauß im Herbst erscheinenden Erinnerungen Scharnagls.

Das Spannungsfeld zwischen Politik und Medien, so das Resumee Scharnagls zum Thema des Abends, habe sich in den vergangenen Jahrzehnten gründlich verändert, in vielen Bereichen verkompliziert: Wo früher Inhalte gefragt waren, gehe es heute nur noch um Statements in Sekundenlänge - „die Gesundheitsreform in zwei Sätzen, bitte.“ Schwer nachgelassen habe auf Seiten der Medienvertreter die politische Kompetenz, auf Seiten der Politiker dagegen die Ausdauer, Dinge zuerst intern zu regeln, um erst dann an die Presse zu gehen: „Heute berichten die Agenturen vielfach Fakten aus geschlossenen Sitzungen, die noch laufen.“ Eine der zentralen Fragen bleibe letztendlich das Verhältnis von Nähe und Distanz zwischen Journalisten und Politikern.

Abgerundet wurde der Abend durch eine offene Fragerunde - moderiert von Christiane Kreutmair, Mitglied im Planungsteam des Juniorenkreises und neu gewählte Pressesprecherin des KKV München. Danach entwickelte sich im Ansatz das, was im Großen wohl auch den „Geist von Kreuth“ ausmacht: Entspannte Gespräche und Diskussionen am abendlichen runden Tisch - im Fall des Juniorenkreises gingen diese bis weit nach Mitternacht.

Christiane Kreutmair und Tobias Gotthardt, Initiator des Juniorenkreises und Mitglied des Landesvorstandes, dankten Scharnagl abschließend im Namen des Planungsteams für sein Kommen. Der Abend, so Gotthardt, habe tiefe Einblicke in die Kulissen des politischen Geschäfts gegeben und aufgezeigt, „dass es sich auch heute - über die Parteigrenzen hinweg - für die junge Generation lohnt, politisch interessiert, politisch engagiert zu sein: Ihr glaubwürdiges Beispiel motiviert dazu.“ Als Juniorenkreis im katholischen Sozialverband KKV werde man weiter ein interaktives Podium gesellschaftspolitischer Fragen jenseits parteipolitischer Barrieren bieten.

  

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