Der KKV Landesverband Bayern der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung begrüßt ausdrücklich die Initiative von sechs deutschen Bundesländern, unter ihnen Bayerns, für eine Stärkung der deutschen Sprache in der Europäischen Union. Es sei das Recht eines jeden EU-Bürgers, alle EU-Dokumente in seiner Sprache zu erhalten, betont der Landesvorsitzende des KKV Bayern, Dr. Klaus-Stefan Krieger. Das gelte daran dann, wenn es etwa um Fördergelder für den Mittelstand oder soziale Projekte gehe. „Wer die Sprachenvielfalt ignoriert, grenzt aus und benachteiligt“, sagt Krieger. Die Akzeptanz der Europäischen Union in der Bevölkerung könne man nur steigern, „wenn Europa auch unsere Sprache spricht“.
Zugleich kritisiert der KKV Bayern, dass Vorlagen der EU-Kommission immer seltener ins Deutsche übersetzt würden. Wichtige Dokumente stufe man zunehmend zu „Arbeitspapieren“ oder „Anhängen“ ab, da dann die bindende Verpflichtung auf vollständige Übersetzungen entfalle. Unterlagen über die Auswirkungen von Rechtsakten gebe es nur noch in Englisch, lediglich Zusammenfassungen lägen auf Deutsch vor. Das wichtigste Dokument über die Vergabe von Außenhilfsprogrammen etwa sei allein auf Englisch vorgelegt worden, selbst konkrete Beihilfe-Ausschreibungen und Förderprojekte seien nicht auf Deutsch verfügbar.
Dem deutschen Mittelstand und den deutschen Wohlfahrtsverbänden würden dadurch Chancen auf Fördergelder verbaut, urteilt der KKV Bayern. Und das, obwohl Deutschland noch immer größter Nettozahler der EU sei. Diese Benachteiligung müsse die EU-Kommission umgehend beenden.