„Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung. Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht." Mit dieser Aussage garantiert das Grundgesetz im Artikel 6 den Eltern den Vorrang als Erziehungsträger gegenüber dem Staat. Im Klartext heißt das: Der Staat darf dieses Grundrecht nicht dadurch unterlaufen, indem er durch gezielte Fördermaßnahmen dazu beiträgt, dass de facto nur noch die Erziehung von Dritten gefördert wird, wie es die jetzt vom Kabinett beschlossene Finanzierung des Kinderkrippenausbaus vorsieht. Deshalb forderten die Vorsitzenden der fünf Diözesanverbände in Nordrhein-Westfalen und des Landesverbandes Bayern im KKV Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung anlässlich eines Treffens am 7. September 2007 in Essen, dass alle Maßnahmen des Staates so auszulegen seien, dass Familien echte „Wahlfreiheit" haben.
„Im Mittelpunkt aller Bemühungen, die die Betreuung von Kindern betreffen, muss das Wohl des Kindes stehen. Gleichzeitig dürfen Eltern, die die Erziehung ihrer Kinder selbst übernehmen, nicht durch eine einseitige staatliche Subventionierung von Kinderkrippenplätzen benachteiligt werden", erklärten die KKV-Diözesan- bzw. Landesvorsitzenden Klaus Specker (Aachen), Wolfgang Hohaus (Essen), Bernd-M. Wehner (Köln), Bernhard Günther (Münster), Frank Fröhlich (Paderborn) und Dr. Klaus-Stefan Krieger (Bayern). Deshalb seien ein Erziehungsgeld sowie eine entsprechende verbesserte Anrechnung von Kindererziehungszeiten bei der Rente erforderlich.
Der KKV fordert in diesem Zusammenhang, nicht die Berufskarriere zu Lasten von Kindern sei hoffähig zu machen, sondern Politik, Wirtschaft und Gesellschaft hätten vorrangig die Aufwachsbedingungen in den Elternhäusern zu fördern. Deshalb müssten alle Eltern mit einem angemessenen Kinder- bzw. Erziehungsgeld ausgestattet werden. Gleichzeitig appelliert der katholische Sozialverband an die Wirtschaft, durch eigene Kinderbetreuungseinrichtungen und flexibleren Arbeitsbedingungen dafür zu sorgen, dass Familie und Beruf besser in Einklang gebracht werden könnten.
Für den KKV Landesverband Bayern unterstrich dessen Vorsitzender Dr. Klaus-Stefan Krieger, dass in der Gesellschaft ein Umdenken in Sachen Familien stattfinden müsse. Familie müsse wieder den Stellenwert erhalten, der ihr nach dem Grundgesetz zustehe. Gleichzeitig appellierte er erneut dafür, dass Eltern mehr davon zu erzählen, was ihnen Familie bedeute. "Nur wenn andere von uns erfahren, dass Familie mehr ist als ein bloßes Zusammenleben von Menschen, die miteinander verwandt sind, werden sie auch verstehen, dass Familie durch nichts zu ersetzen ist.“