Für einen strikten Schutz des Sonntags und gegen dessen Aushöhlung durch immer weiter gehende Ausnahmen vom Verbot der Ladenöffnung hat sich der Landesvorstand des KKV Landesverbandes Bayern der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung ausgesprochen. Bei seiner Sitzung am vergangenen Wochenende in Nürnberg plädierte der KKV Landesvorstand für ein konsequentes Verbot, Geschäfte an Sonn- und Feiertagen offen zu halten. Davon sollten auch Tankstellen, Kurorte und Bahnhöfe nicht ausgenommen sein. Ebenso solle die Unsitte künstlich geschaffener Marktsonntage beseitigt werden. Im Gegenzug könne man die Ladenöffnungszeiten an Werktagen weitgehend freigeben.
Die jüngsten Beschlüsse der Landtage von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, dass künftig auch Videotheken, Waschsalons und Fitness-Studios sonn- und feiertags ihre Dienste anbieten dürfen, zeige, wie unbefriedigend die gegenwärtigen gesetzlichen Regelungen seien. Die Sonntagsruhe werde aus rein kommerziellen Interessen mehr und mehr aufgeweicht. Leider habe auch das Verfassungsgerichtsurteil vom 9. Juni 2004 diesen Zustand lediglich fortgeschrieben. Abhilfe könne nur der Ersatz des gegenwärtigen Ladenschlussgesetzes durch eine einfache Regelung "werktags offen, sonntags zu" schaffen.
Gleichzeitig appelliert der KKV Landesvorstand an die Bürgerinnen und Bürger, den Sonntag bewusst zu gestalten und nicht durch Einkäufe zum Werktag zu degradieren. Gerade die Christen seien aufgerufen, den Sonntag glaubwürdig als Tag der Arbeitsruhe, Besinnung und Begegnung mit Gott zu leben.
V.i.S.d.P. Dr. Klaus-Stefan Krieger, 20.07.2004